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Klima-Werkstatt
Klimaschutz- und Anpassungspotenziale einer Region und ihre Erschlie▀ung

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Chiemseelandart 2008

Kunst, Klima, Wissenschaft ÔÇô wie der Einzelne handeln kann

Eine ungew├Âhnliche Konstellation pr├Ągte die Chiemseelandart 2008. Das 3. Symposium mit dem Titel ÔÇ×Labyrinth ÔÇô KlimawandelÔÇť war auch in diesem Jahr international besetzt. 10 K├╝nstler arbeiteten eine Wochen lang an den Ufern des Chiemsees auf Gut Weingarten in Gstad. Das durch die Klima-Werkstatt der Technischen Universit├Ąt M├╝nchen (TUM)  unterst├╝tzte Kunstprojekt wirkte dabei in ganz unterschiedliche Richtungen. In den Objekten der ChiemseeLandArt 2008, die zwischen Breitbrunn und Gstadt entlang des Uferweges zu sehen waren, spiegelte sich der Klimawandel. Klimawandel wurde hier nicht ausschlie├člich als Bedrohung empfunden, sondern vor allem als Chance begriffen. So sagte Dr. Christian Ganzert von der Technischen Universit├Ąt M├╝nchen: ÔÇ×Uns geht es darum, Handlungsm├Âglichkeiten aufzuzeigen. Wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten k├Ânnen, so k├Ânnen wir dennoch neue Sichtweisen lernen und unser Verhalten an die ver├Ąnderten Bedingungen anpassenÔÇť.

Nicht nur Bedrohung, sondern auch als Chance begreifen

Das wissenschaftliche Begleitprogramm f├╝hrte zu einem intensiven Gedanken- und Informationsaustausch zwischen K├╝nstlern, Wissen-schaftlern, Studenten, Sch├╝lern, Ausstellungsbe-sucher und Passanten. Die Unterst├╝tzung der K├╝nstler durch Studenten des internationalen Studiengangs ÔÇ×Sustainable Resource ManagementÔÇť an der TUM f├╝hrte zu einer einzigartigen Symbiose von Wissenschaft und Kunst. Die Studenten f├╝hrten im Vorfeld der Ausstellung der Landartobjekte in der Open-Air-Galerie wissenschaftliche Recherchen durch und gestalteten Informationstafeln.   
Auf diese Weise wurden Fakten erarbeitet, die Kunstwerk und Klimawandel verbinden. Eine Nachhaltigkeitspr├╝fung der ganzen Kunstaktion erfolgte in einem zweiten Schritt.
Nun sollen die Studenten die gewonnen Ideen und Ans├Ątze in ihre Heimatl├Ąnder tragen, wie der Einzelne sein Handeln klimaschonend gestalten kann.

Kunst aus Naturstoffen

Die LandartKunst steht ebenso in der Landschaft, wie die K├╝nstler w├Ąhrend ihres Schaffens in der Natur standen. Damit waren die K├╝nstler selbst direkter Ansprechpartner, ver├Ąnderten ihre eigenen Einstellungen zum Klimawandel und die Anderer.
Die Zehn K├╝nstler schufen auf den Wiesen und in den W├Ąldern von Elisabeth Ruhland zwischen Gstadt und Breitbrunn am Chiemsee, entlang des Uferwegs in der Natur aus Holz, Erde, Gras, Moos, Stein und Schilf ihre Kunstwerke.

Im "Heiligen Park" von Sonia Al├ę (Argentinien) eroberten sich Misteln neue Lebensr├Ąume, wo viele andere Tier- und Pflanzenarten in Zukunft aussterben werden. Eugenie Horst (Deutschland) zeigte mit ihrer "Buchenspirale-Wandlung", dass in unseren Breitengraden die Fichte durch den Klimawandel zur├╝ckgedr├Ąngt wird und die Buche neue Chancen bekommt. Andere Einstellung - anderes Klima", das war das Thema von Aneli Jungesblut (Deutschland), die mit ihrem Labyrinth "Das offene Herz" die innere Einstellung ansprach. "Mein Kunstobjekt versinnbildlicht den Weg zum eigenen Herzen, denn das eigene Herz finden, hei├čt zur Natur finden". Annette Merkenthaler (Deutschland) sah ihre Kunst als Aufforderung zur Tat. ┬╗Etwas in seiner Reichweite tun, auch wenn es nur kleines ist, und oft nur bis zur eigenen Arml├Ąnge reicht, ist wesentlich und wichtig". Wolfgang Richter (├ľsterreich) machte mit seinen Holz und Moosh├Ąusern auf die CO2-Problematik aufmerksam.

Johann Bachinger (Deutschland) behauste drei B├Ąume mit bunten Holzger├╝sten, um sie vor den kommenden St├╝rmen zu sch├╝tzen. Tasja Keetman (USA) machte den Betrachter nachdenklich: Sie schrieb mit Papiermasche Sinnspr├╝che auf die Waldwege mit der Hoffnung, dass diese zum Innehalten und Nachdenken anregen. Martin Rasp (Deutschland) m├Ąhte sein "Labyrinth - Klimawandel" in die Wiese, um auf das Gr├╝nland und seine Bedeutung als CO2-Speicher aufmerksam zu machen.  

  
Mit ihrem Kunstwerk ÔÇ×Platz bis auf den HumusÔÇť schuf Sonja Lixl (├ľsterreich) einen fast sakral anmutenden Raum entlang des Uferweges, der den Besuchern den Verlust der Artenvielfalt durch den Klimawandel vor Augen f├╝hrte. Alois Steger (S├╝dtirol) spiegelte mit geschichtetem Holz ein Wasserpumph├Ąuschen und versinnbildlichte die zuk├╝nftige Bedrohung vieler L├Ąnder durch Wassermangel.
Wirkungen auf das Handeln
   Eine Vernissage fand mit ├╝ber 200 Besuchern gro├čes Interesse. Eine Grundschule verlegte Ihren Unterricht an den Chiemsee. Vor Ort setzten sich die Sch├╝ler mit dem Thema Klima, Kunst und Verg├Ąnglichkeit auseinander. Viele Einheimische und Touristen nutzten den Chiemseeuferweg und wurden zum Nachdenken bewegt. Gstadts neuer B├╝rgermeister Bernhard Hainz wertete die Aktion als ÔÇ×zeitgem├Ą├č und extrem gutÔÇť, um die ├ľffentlichkeit auf k├╝nstlerischem Weg neu anzusprechen.

 

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